Di

06

Okt

2009

Globales Handeln braucht globales Bewusstsein

Der weltweite Wettlauf nach immer schlechteren Arbeitsbedingungen,  niedrigeren Löhnen und Umweltstandards muss gestoppt werden. Eine intensive internationale Kooperation auf gewerkschaftlicher Ebene ist die einzige Möglichkeit, das weltweit zu verhindern", sagt Pia Lichtblau, Leiterin des ÖGB-Projekts "Menschenwürdige Arbeit für menschenwürdiges Leben".

Es sind vor allem transnational agierende Konzerne, die ihre Produktionen und Dienstleistungen in Billiglohnländer in Asien, Lateinamerika und das östlichste Europa verlagern. "Die Konzerne nehmen in Kauf, dass die ArbeitnehmerInnen dort zu Niedrigstlöhnen, die oft nicht einmal den eigenen Lebensunterhalt sichern, unter teils lebensgefährlichen Umständen und ohne ausreichende Arbeitszeitregulierung ausgebeutet werden", so Lichtblau. Die Arbeitsverhältnisse stehen zugleich in engem Zusammenhang mit Arbeitsplatzabbau, Kurzarbeit und angedrohten Nulllohnrunden in den Industrieländern. Unternehmen drohen, Produktionsstandorte zu schließen und in für sie günstigere Länder zu verlegen.

 

"Nur eine intensivere internationale Zusammenarbeit und die Einhaltung der OECD-Leitlinien für multinationale Konzerne kann dies zukünftig verhindern. Die Rechte aller ArbeitnehmerInnen müssen geachtet und Armut, Diskriminierung und Ausbeutung beendet werden. Wir brauchen eine neue globale Wirtschaft, die sich auf soziale Gerechtigkeit stützt und menschenwürdige Arbeit für alle ermöglicht", fordert Lichtblau.

 

"Welttag für menschenwürdige Arbeit"

Mit dem "Welttag für menschenwürdige Arbeit" am 7. Oktober weisen weltweit Gewerkschaften und NGOs auf unfaire Arbeitsbedingungen hin und entwickeln gemeinsame Strategien, um menschenwürdige Arbeit für alle ArbeitnehmerInnen zu erkämpfen. Thema des diesjährigen Aktionstages ist die Wirtschaftskrise und die Tatsache, dass weltweit massiv Arbeitsplätze abgebaut werden. "Die Wirtschaftskrise gefährdet die Arbeitsplätze, die Lebensgrundlage und die Zukunft von Milliarden Menschen - von Menschen, die nie von den jahrelangen Exzessen der Finanzmärkte profitiert haben, deren Arbeit unterbezahlt und degradiert wurde, und die keinerlei Verantwortung für das tragen, was gegenwärtig passiert", stellt Lichtblau fest. Der "Welttag für menschenwürdige Arbeit" wurde vom Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB) bei seinem Gründungskongress 2006 in Wien ausgerufen und findet heuer zum zweiten Mal statt.

 

Die Kampagne des ÖGB

Mit dem Aktionstag startet ein gleichnamiges Projekt, das von "weltumspannend arbeiten", dem entwicklungspolitischen Projekt des ÖGB, und Südwind durchgeführt wird. Unter dem Motto "Globales Handeln braucht globales Bewusstsein!" werden Gewerkschaftsmitglieder über globale Zusammenhänge und gewerkschaftliche Handlungsmöglichkeiten informiert. Kernstück des Projekts ist ein einjähriger Lehrgang, der im September 2010 startet und sich insbesondere an FunktionärInnen sowie BetriebsrätInnen, die im internationalen Bereich arbeiten, richtet. Neben dem Lehrgang wird es Tagesseminare, öffentliche Veranstaltungen sowie eine Wanderausstellung geben.

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