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02

Okt

2009

Jugend fordert Ausbau der Berufs- und Bildungsorientierung

Die Tiroler ÖGB Jugend ortet starke Defizite bei der Berufs- und Bildungsorientierung. „Viele Tiroler Jugendliche streben keine Ausbildung an, die über den Pflichtschulabschluss hinausgehen. Das liegt daran, dass es an allen Ecken und Enden im Bereich der Berufs- und Bildungsorientierung fehlt“, kritisiert der Tiroler ÖGB Landesjugendsekretär Philip Wohlgemuth.

Die Tiroler ÖGB Jugend fordert, dass bereits ab der ersten Bildungsstufe auf spielerische Art und Weise die breite Palette von Berufen und Bildungsmöglichkeiten an den Tiroler Nachwuchs herangetragen werden. „In der 7. und 8. Schulstufe kann dies unter Umständen zu spät sein“, kritisiert Wohlgemuth.

 

Als gutes Beispiel nennt Wohlgemuth das Projekt der Kinderfreunde: „In der Kinderstadt können Kinder bereits im jüngsten Alter das Erwachsenenleben und die damit verbundenen Anforderungen des Selbstständigwerdens erlernen. Dabei wird politische Bildung, wirtschaftliches Denken, das Bewusstmachen von Kinderrechten und somit auch die direkte Partizipation an Kinder vermittelt. Ein solches Projekt sollte ganzjährig angeboten werden.“

 

Eine langjährige Forderung der ÖGB Jugend ist die Einführung des Pflichtfaches Berufs und Bildungsorientierung in Tiroler Schulen. „Es muss dem Nachwuchs vermittelt werden, dass alleine in Tirol mehr als 160 Lehrberufe und viele höhere Schulen gibt. Eine umfassende Berufs- und Bildungsorientierung mit einer Stärken-Schwächen Analyse, würde den Jugendlichen dabei helfen, sich für den richtigen Weg zu entscheiden. Dabei müssen auch die Eltern miteingebunden werden. Um lernschwachen Kindern aus sozial schwächeren Familien eine Zukunft zu geben, muss auch über eine kostenlose Nachhilfe diskutiert werden“, so der Tiroler ÖGB Landesjugendsekretär.

 

Laut einer Statistik des AMS geht hervor, dass 44,8% aller Arbeitslosen keine über den Pflichtschulabschluss hinausgehende Ausbildung aufweisen. „Genau aus diesem Grund muss man Jugendlichen Perspektiven anbieten, um frühzeitig erkennen zu können in welchem Bereich der Jugendliche Stärken hat“, sagt Wohlgemuth abschließend.

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