Do
01
Okt
2009
Diskriminierung von Frauen
Nach 269 Tagen endet heuer statistisch gesehen die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen. Das, was Frauen vom 27. September an bis Jahresende noch verdienen, haben ihre männlichen Kollegen schon am Konto. In den Kollektivverträgen selbst gibt es keine Frauenlohngruppen mehr. Allerdings werden Frauen bei der Einstufung im Betrieb weiterhin benachteiligt - beispielsweise bei diversen Zulagen. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek will daher Löhne und Gehälter in Betrieben ab 25 Beschäftigten anonymisiert offenlegen - Ähnliches gibt es bereits in Schweden.
Guter Wille allein zu wenig
"Transparenz ist ein wichtiger Schritt, um die Diskriminierung sichtbar zu machen", erklärt dazu FSG-Frauenvorsitzende Elisabeth Vondrasek. Denn
nur an den guten Willen der Arbeitgeber zu appellieren, sei zu wenig. "Jahrzehntelang wurde es auf diese Weise versucht, doch die Einkommensschere wurde damit nicht geschlossen." Die FSG-Frauen
treten daher notfalls auch für Sanktionen ein, sollten die bei der Offenlegung festgestellten ungleichen Bezahlungen nach zwei Jahren nicht behoben worden sein.
Die ÖVP ist allerdings mit dem Hinweis, dass es im Gegensatz zu Schweden in Österreich nicht üblich sei, über Einkommen zu sprechen, wie üblich dagegen - nichts Neues für Vondrasek: "Es kann aber nicht sein, dass man nur aus Gründen der Mentalität Diskriminierung einfach hinnimmt. Genau das Gegenteil muss passieren: Nur wenn wir offen darüber reden, kann die Benachteiligung der Frauen abgestellt werden."
Die FSG-Frauen fordern unter anderem neue Formen der Arbeitsbewertung, damit gleichwertige Arbeit auch gleich entlohnt werden kann, und die Einführung eines Mindestlohnes/-gehaltes von 1.300 Euro brutto monatlich, um der hohen Armutsgefährdung von Frauen entgegenzuwirken. Alle Forderungen und Positionen sowie mehr Information unter: www.fsg.or.at oder unter: www.oegb.at/frauen



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