Fr

25

Sep

2009

Geringe Nachfrage Tiroler Lehrlinge für Tourismusbranche nicht verwunderlich

In Tirol sind Lehrstellen knapp bemessen. Nur im Tourismus gibt es gegenüber 455 offenen Lehrstellen nur 64 Lehrstellensuchende. „Diese Zahlen basieren auf Fehler vergangener Jahre. Lehrlinge im Tiroler Hotel- und Gastgewerbe finden häufig schwierige Bedingungen, wie die sehr flexiblen Arbeitszeiten und die äußerst schlechte Bezahlung“, so der Tiroler ÖGB Jugendlandessekretär Philip Wohlgemuth.

Viele der momentan 2.200 Tiroler Jugendlichen, welche eine Lehrstelle in der Tourismus-Branche haben, werden sofort nach Beendigung ihrer Lehre die Branche wechseln. „Nur etwas mehr als die Hälfte der Lehrlinge hat das Gefühl, dass sie sehr gut oder gut ausgebildet werden“, informiert Wohlgemuth.

 

Das Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetz besagt, dass Lehrlinge unter 18 Jahre keine monatlichen Überstunden leisten dürfen und die Abend- und Nachtruhe eingehalten werden muss. „Fakt ist, dass genau diese Vorschriften nicht nur selten, sondern sehr häufig missachtet werden. Schon unter 16-jährige müssen fallweise länger als bis 23 Uhr arbeiten, was die Obergrenze von 20 Uhr eindeutig übersteigt. Es gibt also nicht nur vereinzelt schwarze Schafe, sondern eine ganze Herde. Die gesamte Branche ist zu einem Umdenken aufgefordert“, so Wohlgemuth.

 

In Tirol suchen 843 Jugendliche eine Lehrstelle, wobei 712 offene zu Verfügung stehen, wobei 64 Prozent davon (455) auf die Branche des Tourismus fallen. Rechnet man die Tourismusbranche weg, so rittern 648 Suchende um nur 388 offene Lehrstellen. „Genau aus diesem Grund landen Jugendliche schlussendlich sehr oft ohne Motivation im Hotel- und Gastgewerbe, weil sie schlichtweg keine Alternativen haben“, kritisiert Wohlgemuth abschließend.

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