Di
08
Sep
2009
Schneider: „In Kitzbühel muss sich rasch was ändern“
Anlässlich seines Kitzbühelbesuches drängt der Tiroler ÖGB Vorsitzende Gerhard Schneider darauf, Betriebsansiedelungen im Raum Kitzbühel zu forcieren. „Die Einkommen der Kitzbühler sind im Vergleich zu den anderen Bezirken zu niedrig. Angesichts der hohen Lebenskosten müssen abseits vom Dienstleistungssektor Arbeitsplätze geschaffen werden“, so Schneider zur Situation des Kitzbühler Arbeitsmarktes.
Beim ÖGB Tirol ist man über die kürzlich veröffentlichten Einkommensstatistiken nicht überrascht. „Es kommt leider immer wieder vor, dass sich UnternehmerInnen als Industrielle ausgeben und wenn es dann um die Bezahlung ihrer MitarbeiterInnen geht, wenden sie den niedrigeren Gewerbekollektivvertrag an. Die Bundeskollektivverträge werden seitens Tiroler Betriebe oft nicht übernommen“, ärgert sich der Kitzbühler ÖGB Regionalsekretär Hansjörg Hanser.
Weitere Gründe für die geringen Gehälter der KitzbühlerInnen sind die niederen Löhne in den Branchen Handel und speziell im Tourismus. Dem hinzu kommt die starke saisonale Ausrichtung, welche ebenfalls speziell auf die Tourismusbranche zutrifft. „Kitzbühler Tourismusunternehmen wären durchaus in der Lage Ganzjahresarbeitsplätze im Tourismus anzubieten“, sagt Schneider.
„Die Ansiedlung von Betrieben mit hochwertigen Arbeitsplätzen muss unser Ziel sein. Dazu bedarf es auch gut ausgebildeter Arbeitskräfte, die im Bezirk oftmals nicht vorhanden sind. Umso wichtiger ist der Ausbau der Weiterbildungsmöglichkeiten im Bezirk. Um technische Ausbildungen zu ermöglichen ist die Errichtung einer HTL in Kitzbühel sehr wichtig. Ein guter Ausbildungsstandort sorgt dafür, dass sich um Umkreis innovative Firmen ansiedeln“ so der Kitzbühler SPÖ Vorsitzender Hans Schwaigkofler.
„Die Lebenserhaltungskosten im Raum Kitzbühel sind österreichweit einer der höchsten. Der Bezirk braucht im Zentralraum klare Raumordnungsvorgaben. Ich fordere, dass bei Umwidmungen der Verkäufer mindestens drei Viertel der Fläche um den dreifachen Freilandpreis an die Gmeinde oder einen gemeinnützigen Wohnbauträger verkaufen muss. Das restliche Viertel kann er frei am Markt veräußert werden. Derezit beträgt der Freilandpreis in Oberdorf 20 Euro. Dies würde bedeuten, dass um ca. 60 Euro Grund für Einfamilienhäuser, Wohnbauten und auch Betriebsaniedlungen erworben werden könnte. Für den Rest auf dem freien Markt kann der Verkäufer immer noch 300 bis 400 Euro lukrieren“, sagt Schwaigkofler.
Auch zum Thema Krankenhaus Kitzbühel äußert sich Schneider: „Die 140 von der Schließung betroffenen Mitarbeiter müssen untergebracht werden. In St.Johann und Kufstein sind Ausbauten im Gange beziehungsweise in Planung. Da liegt es nahe, jene 100 die keine Anstellung in der noch unklaren Nachnützung haben, dort unterzubringen. In diesem Fall hat die öffentliche Hand die Sorgepflicht und muss handeln.“



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