Mo
17
Aug
2009
Arbeitszeiten auf Baustellen - GBH-Muschitsch zu Asfinag-Jubelmeldungen: Bauarbeiter arbeiten bis zu 16 Stunden auf Autobahnbaustellen
Wann gibt es endlich 2-Schicht-Betrieb auf Baustellen? "Angesichts der Jubelmeldungen der Asfinag über Baustellen, die deutlich früher als geplant fertiggestellt wurden, ist zu hinterfragen, auf welche Art und Weise dies bewerkstelligt wurde. Unserer Erfahrung nach nicht durch zusätzliche Arbeitskräfte, sondern dadurch, dass Bauarbeiter gezwungen werden, bis zu 16 Stunden am Tag zu arbeiten!", bekräftigt der Abg. z. NR und Stv. Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) Josef Muchitsch.
Einerseits, so Muchitsch weiter, gebe es enorme Steigerungen bei den Arbeitslosen am Bau, gleichzeitig wenden sich Straßen-Bauarbeiter an die GBH, die gezwungen werden, bis zu 16 Stunden durchzuarbeiten, um Straßenbaustellen möglichst rasch fertigzustellen. Muchitsch wörtlich: "Wir haben natürlich nichts dagegen, wenn Straßenbaustellen rasch fertiggestellt werden, wir haben aber sehr wohl etwas dagegen, wenn das auf Kosten der Bauarbeiter und deren Gesundheit passiert. Wir fordern seit langem, dass gerade die Asfinag in Ausschreibungen verstärkt den ArbeitnehmerInnenschutz berücksichtigt. Wann gibt es endlich Straßenbaustellen, die z.B. im 2-Schicht-Betrieb geführt werden? Die Bauarbeiter werden an die Grenzen ihrer Belastbarkeit geführt. Ich hätte gerne Nachweise, mit welchen Arbeitszeitmodellen auf den früher fertiggestellten Baustellen gearbeitet wurde."
Die GBH versucht, mit Sonderkollektivverträgen auf allen größeren Straßenbaustellen die Arbeitnehmerrechte zu wahren. Trotzdem kommt es immer wieder zu Überschreitungen des Arbeitszeitgesetzes. Muchitsch: "Das muss - gerade in öffentlichen Ausschreibungen - endlich berücksichtigt werden. Wie sollen denn die Bauarbeiter unter solchen Voraussetzungen ihren Beruf jahrzehntelang ausüben und dann auch noch - wie von ihnen erwartet wird - das gesetzliche Pensionsalter erreichen? Die öffentliche Hand muss hier ihre Verantwortung wahrnehmen und ebenso die Bauunternehmen. Es reicht nicht, dass auf Seiten der Asfinag über immer frühere Fertigstellungstermine gejubelt wird und auf anderen Seite die Bauunternehmen Bonuszahlungen dafür kassieren, ohne sich mit einem einzigen Wort an die Bauarbeiter zu erinnern, denen es eigentlich zu verdanken ist, dass es in Österreich gut sanierte und solide gebaute Straßen gibt."



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