Der ÖGB Tirol ortet listige Verträge, die zu Folge haben, dass immer mehr Beschäftigte weniger Geld für mehr Arbeit bekommen. „Geprellte ArbeitnehmerInnen, unbezahlte Überstunden, Pauschalverträge, Arbeitsantritt vor dem tatsächlichen Arbeitsbeginn oder Lohnverzicht stehen dabei an der Tagesordnung. Gerade in Zeiten des Jobmangels werden Tiroler ArbeitnehmerInnen vermehrt mit Arbeitsverhältnissen konfrontiert, in denen sie für einen Teil ihrer geleisteten Arbeit kein Geld sehen“, zeigt der Tiroler ÖGB-Vorsitzende Gerhard Schneider auf.
Diese Entwicklung ist speziell im Tiroler Tourismus und in der Tiroler Gastronomie zu bemerken. In dieser Branche gibt es oft All Inclusiv-Verträge. „Hier wird im Vorfeld eine Stundenanzahl
ausgemacht und abgegolten, wobei Zuschläge und Prämien schon mit eingerechnet wurden. Meistens werden mehr Stunden geleistet, als vorab vereinbart wurde. Mehr Geld bekommt der Beschäftigte dafür
nicht. Unseren Berechnungen zur Folge kommt es sogar soweit, dass die Beschäftigten unter dem Mindestlohn arbeiten“, so Schneider. Ein weiters Druckmittel besteht darin, das ArbeitnehmerInnen zur
Schwarzarbeit gezwungen werde. Lehnt er/sie diese ab, so kann es durchaus vorkommen, dass er/sie den Job gar nicht bekommt oder ihn verliert. Auch einige der mehr als 50.000 ArbeitnehmerInnen des
Handels leiden unter dieser Schräglage.
Der Lohnklau beginnt schon bei der Unterzeichnung des Arbeitsvertrages. „Nur wenige ArbeitnehmerInnen sind Rechtsexperten. Durch Hintertürchen versuchen einige UnternehmerInnen durch aufwendig
formulierte Verträge zu irritieren. Deshalb rufen wir zur Eigeninitiative auf. Man muss Verträge die vom Chef ausgehändigt werden hinterfragen und darf dem nicht blind vertrauen“, warnt Schneider.
Bevor der Arbeitsvertrag unterschrieben wird, kann er vom ÖGB auf dessen Seriosität überprüft werden. Ein Telefonat oder eine E-Mail ist dabei oft schon ausreichend. „Es kommt nicht selten vor, dass
Vor- und Abschlussarbeiten nicht entlohnt werden. Eine weitere Strategie um Unternehmensgelder zu Lasten der ArbeitnehmerInnen einzusparen liegt darin, Überstunden oder Mehrarbeitszuschläge nicht
korrekt abzurechnen“, warnt Schneider abschließend.



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