Di

07

Jul

2009

Mindestens jeder zehnte Tiroler von Mobbing betroffen

Der ÖGB Tirol geht davon aus, dass mindestens jeder zehnte Tiroler Beschäftigte von Mobbing betroffen ist. „Seit der ersten Beratung 1996 vermeldet die ÖGB-Mobbingberatung einen zunehmenden Bedarf, wobei die Wirtschaftskrise diesen noch zusätzlich verstärkt“, so ÖGB-Mobbingexpertin und Psychotherapeutin Sieglinde Auer.

In der von der FSG Tirol (Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafterinnen) 1996 initiierten ÖGB-Mobbingberatung herrscht momentan Hochbetrieb. „Mobbing kommt dann vor, wenn Arbeitsorganisation, -gestaltung oder -leitung schlecht strukturiert ist. Dadurch entsteht Stress und Konfliktpotential. Wenn Konflikte nicht angesprochen und Lösung gefunden werden, beginnt der Mobbingverlauf. In Zeiten der Massenkündigungen kämpft jeder um seinen eigenen Job. Dadurch erhöht sich der Stress und der Rechtfertigungsanspruch für den eigenen Arbeitsplatz“, sagt ÖGB-Sekretär und Gründer der ÖGB-Mobbingberatung Robert Koschin.
 
Die Mobbingberatung im ÖGB ist kostenlos und anonym. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. „Bei Mobbingbetroffenen ist die Hemmschwelle, sich beraten zu lassen sehr groß. Deshalb behandeln wir jede Anfrage diskret und setzen sofort erste Schritte um die Probleme zu lösen. Das beginnt bei den Aussprachen, Informationen, Klärungshilfen, Tipps für Reaktionen bis hin zu Empfehlungen für Verhaltensweisen“, so Auer. Im weiteren Verlauf unterstützt der ÖGB die Betroffenen auch auf arbeitsrechtlicher Basis.
 
„Mobbing tritt in allen Berufsgruppen auf. Am meisten gemobbt wird im öffentlichen Dienst. Auch aus ehemals öffentlichen Einrichtungen werden vermehrt Mobbingfälle gemeldet. Sehr oft tritt Mobbing in der Sozial- und Pflegebranche auf. Das ist unser Fazit nach mehr als 3.000 Beratungen in den vergangenen 13 Jahren“, so Auer abschließend.

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Kommentare: 1

  • #1

    harald.mauretter@aon.at (Freitag, 26 März 2010)

    Hallo Frau Auer,
    Sehr schön zu erfahren, daß es eine Stelle gibt, wo Mobbingopfern geholfen wird.
    Ich bin selbst ein Mobbingopfer, wurde Jahrelang in einer Geschützten Werkstätte gedemütigt, bis ich schließlich nach mehren Zusammenbrüchen, in eine Kündigung einwilligte und meinen geschützten Arbeitsplatz aufgab.
    Es gibt leider auch in solchen Einrichungen mehrere Fälle von Mobbing.
    Ich versuche nun mir selbst zu helfen und bin einer Selbsthilfegruppe für Mobbing beigetreten.
    Die Gespräche mit anderen Opfern helfen sehr die eigene Situation besser zu Verarbeiten.
    Ich kann nur jedem Mobbingopfer raten traut euch und schließt euch so einer Gruppe an.
    Ich wünsche Ihnen alles gute für die Zukunft.
    Harald Mauretter

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